Jedes Jahr im Herbst bieten zahlreiche Unternehmen in Deutschland eine Grippeschutzimpfung für Ihre Mitarbeitenden direkt am Arbeitsplatz an. Die Impfung ist für die Beschäftigten kostenlos und findet während der Arbeitszeit in den Räumlichkeiten Ihres Unternehmens statt. Mitarbeitende profitieren von diesem Angebot, da sie keinen zusätzlichen Termin vereinbaren müssen und die Impfung unkompliziert vor Ort erfolgt. Die Organisation und Durchführung übernimmt dabei ein interner oder externer Betriebsarzt. Häufig lässt sich die Grippeschutzimpfung auch mit anderen arbeitsmedizinischen Untersuchungen kombinieren, beispielsweise mit der G37 Untersuchung für Bildschirmarbeitsplätze. So kann man gleich zwei wichtige Themen auf einmal erledigen.
Für Arbeitgeber ist das Impfangebot eine nachhaltige Investition in die Gesundheit des Unternehmens, mit der sich Krankheitstage spürbar reduzieren lassen. Auch wenn pro Impfung Kosten von etwa 20 bis 30 Euro für Impfstoff und Arzt sowie ein kleiner Anteil an Arbeitszeit entstehen, sind diese Ausgaben deutlich geringer als die wirtschaftlichen Folgen einer Grippewelle mit vielen und teilweise sehr langen krankheitsbedingten Ausfällen im Unternehmen.
Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hebt hervor, dass keine andere Impfung in Deutschland so viele Menschenleben retten kann wie die Grippeschutzimpfung. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die Grippeschutzimpfung eine einfache und zugleich wirksame Maßnahme. Sie schützt nicht nur die Gesundheit von Mitarbeitenden, sondern auch die der Angehörigen, weil durch die Impfung die Verbreitung des Influenza-Virus wirksam eingedämmt wird.
Betrieblicher Grippeschutz dank Impfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) spricht eine klare Empfehlung für die Influenza-Impfung aus, insbesondere für bestimmte Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem alle Personen ab 60 Jahren, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie all jene, die berufsbedingt einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Pflegekräfte oder Beschäftigte mit erhöhtem Kundenverkehr. Krankheiten und Ausfälle durch die jährliche Grippewelle, die typischerweise in den Wintermonaten von Januar bis März verstärkt auftritt, können so deutlich reduziert werden.
Erkältung oder Grippe? So unterscheiden Sie die beiden Erkrankungen
Viele Menschen sprechen im Alltag von einer „Erkältung“ oder von „Grippe“, doch tatsächlich gibt es wichtige Unterschiede zwischen diesen beiden Erkrankungen. Die meisten Atemwegsinfektionen, die uns in der kalten Jahreszeit erwischen, sind Erkältungen. Diese beginnen meistens langsam und machen sich oft mit einem leichten Fieber, Husten und Schnupfen bemerkbar. Verschiedene Viren, wie Rhinoviren oder Parainfluenzaviren, können eine Erkältung auslösen. Die Ansteckung erfolgt meistens durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen sowie durch Händeschütteln im Alltag. Häufiges Händewaschen, Abstand halten sowie das Befolgen der Hygieneregeln sind daher gute Maßnahmen, um sich und andere zu schützen. Für Erkältungen gibt es aktuell keine Impfung.
Grippe kann eine schwere Erkrankung mit Langzeitfolgen sein
Die echte Grippe, auch Influenza genannt, ist eine eigenständige Viruserkrankung, die meist deutlich schwerer verläuft als eine Erkältung oder ein sogenannter „grippaler Infekt“. Die Symptome treten häufig sehr plötzlich auf und äußern sich in einem starken Krankheitsgefühl, ausgeprägten Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber (mehr als 38,5 °C) und trockenem Husten. Besonders kleine Kinder, ältere Menschen oder Personen mit chronischen oder Vorerkrankungen können von einem schweren Verlauf betroffen sein.
Es ist wichtig, diese Unterschiede zu kennen, nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch im Familien- und Arbeitsumfeld. Während eine Erkältung in den meisten Fällen nach wenigen Tagen abklingt, kann die Grippe zu längeren Ausfallzeiten führen. Mit einfachen Hygienemaßnahmen und einer Grippeschutzimpfung kann jedoch jeder dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung zu verringern und die Gesundheit der Gemeinschaft zu stärken.
Warum ist die Grippeschutzimpfung für Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders wichtig?
Für Personen mit bestimmten Grunderkrankungen ist das Risiko, an einer Influenza schwer oder sogar lebensbedrohlich zu erkranken, deutlich erhöht. Besonders betroffen sind Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronischer Bronchitis sowie Menschen, deren Lungenfunktion eingeschränkt ist.
Auch wer an einer chronischen Herz-, Leber- oder Nierenkrankheit leidet, oder eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes hat, zählt zur Risikogruppe.
Hinzu kommen Menschen mit neurologischen oder neuromuskulären Erkrankungen oder mit einem geschwächten Immunsystem, etwa aufgrund einer Erkrankung, einer medikamentösen Behandlung mit immunsuppressiven Substanzen, einer HIV-Infektion oder einer Krebstherapie.
Um sich vor schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen zu schützen, wird bereits für Menschen ab einem Alter von sechs Monaten mit einer dieser chronischen Vorerkrankungen die jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen. Die Impfung bietet einen wichtigen Schutz und hilft dabei, lebensbedrohliche Folgen der Influenza zu vermeiden.
Wann und wie oft ist Grippeimpfung sinnvoll?
Um vor der saisonalen Grippe optimal geschützt zu sein, empfiehlt sich eine Influenza-Impfung einmal pro Jahr. Der beste Zeitpunkt dafür liegt zwischen Oktober und Mitte Dezember, also vor Beginn der Grippesaison. Nach der Impfung dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis der volle Schutz im Körper aufgebaut ist. Während einer Grippesaison genügt eine einmalige Impfung, eine zusätzliche Auffrischung ist im gleichen Jahr nicht erforderlich.
Dass die Impfung jedes Jahr erneuert werden sollte, hängt nicht nur damit zusammen, dass der Impfstoff nur rund sechs Monate wirksam ist, sondern auch damit, weil sich Influenzaviren regelmäßig verändern. Der Impfstoff wird darum jedes Jahr neu angepasst, um bestmöglich vor den aktuell kursierenden Virusstämmen zu schützen.
Weitere beruflich empfohlene Impfungen
Viele berufliche Tätigkeiten können ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt deshalb gezielte Empfehlungen, welche Impfungen im Berufsleben besonders relevant sind.
Für bestimmte Berufsgruppen, etwa im Gesundheitswesen, in Bildungseinrichtungen, in Laboren oder bei Tätigkeiten mit engem Kontakt zu vielen Menschen oder potenziell infektiösem Material werden, neben der Grippeimpfung, weitere Impfungen empfohlen, wie etwa:
- Hepatitis A und B: Diese Schutzimpfung ist zum Beispiel für Beschäftigte im Gesundheitsdienst, Sanitäts- und Rettungsdienst, Mitarbeiter mit Abwasserkontakt sowie für Personal in Kindertagesstätten, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und Gemeinschaftsunterkünften besonders relevant.
- FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Die FSME-Impfung wird empfohlen für Laborpersonal mit erhöhtem Infektionsrisiko sowie Personen, die in Risikogebieten, etwa in der Forstwirtschaft oder Landwirtschaft, arbeiten.
- Masern, Mumps, Röteln (MMR): Vorgesehen für nach 1970 Geborene, die in medizinischen Einrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen, Bildungseinrichtungen oder Pflegeeinrichtungen tätig sind, sowie für Personen mit regelmäßigem Kontakt zu potenziell infektiösem Material.
- Varizellen (Windpocken): Diese Impfung ist besonders relevant für Beschäftigte im Gesundheitswesen, in Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen und für Personal mit engem Kontakt zu gefährdeten Personen.
- Pertussis (Keuchhusten): Für Mitarbeitende im Gesundheitsdienst sowie in Einrichtungen mit engem Kontakt zu vielen Menschen ist eine Auffrischimpfung alle zehn Jahre empfohlen.
- Poliomyelitis (Kinderlähmung): Als Nachholimpfung für medizinisches Personal oder Personen in Gemeinschaftseinrichtungen für Geflüchtete und Asylsuchende.
- Pneumokokken: Für Berufe, die häufig mit Metallrauchen in Kontakt kommen, was insbesondere in der Metallverarbeitung und beim Schweißen der Fall ist.
(Quelle: STIKO-Empfehlungen für beruflich indizierte Impfungen)
Die Durchführung dieser Impfungen trägt dazu bei, das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz deutlich zu verringern. Arbeitgeber können so nicht nur die Gesundheit ihrer Beschäftigten, sondern auch die Sicherheit und das Wohlbefinden der Menschen, mit denen sie arbeiten, schützen.
Wer bezahlt die betriebliche Grippeschutzimpfung?
In den allermeisten Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die betriebliche Grippeschutzimpfung, vor allem wenn sie Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist. Für die Mitarbeitenden bedeutet das, dass sie die Grippeschutzimpfung direkt am Arbeitsplatz unkompliziert und kostenlos erhalten können.
Arbeitgeber setzen damit eine wirkungsvolle Maßnahme der Präventivmedizin um, die im Unternehmen oft eine hohe Akzeptanz findet. Nicht zuletzt deshalb, weil die niederschwellige Impfmöglichkeit im Betrieb von vielen Beschäftigten geschätzt und gerne genutzt wird. Ein zusätzlicher Vorteil: Wer im Betrieb regelmäßig geimpft wird, trägt dazu bei, Krankheitstage durch Viruserkrankungen wie Grippe im Unternehmen spürbar zu senken.
Gibt es eine Pflicht zur Grippeschutzimpfung im Betrieb?
Nein. Unternehmen müssen keine innerbetriebliche Grippeschutzimpfung anbieten. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, die Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihren Beschäftigten eine Grippeimpfung zu ermöglichen. Anders, als beispielsweise die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV), ist die Grippeschutzimpfung eine freiwillige Maßnahme.
Sie kann jedoch als Angebot zur Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bereitgestellt werden. Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen und Berufe bleibt die Grippeschutzimpfung im Betrieb freiwillig.
Arbeitgeber haben die Möglichkeit, diese Impfung als zusätzlichen Service anzubieten, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern und krankheitsbedingte Ausfälle während der Grippesaison zu verringern.
Auch für die Mitarbeitenden ist die Teilnahme immer freiwillig und es besteht keine Verpflichtung. Eine Ausnahme besteht in bestimmten medizinischen oder pflegerischen Bereichen, wenn hier der Schutz besonders gefährdeter Personen im Vordergrund steht. In solchen Fällen kann eine Grippeschutzimpfung im Rahmen des Infektionsschutzes notwendig werden.
Rundum geschützt: Grippeimpfung für Ihr Unternehmen!
Die Impfung gegen Influenza ist eine einfache Möglichkeit, Ihr Team zu schützen und krankheitsbedingte Ausfälle zu verhindern. Am besten lassen Sie Ihre Mitarbeitenden schon zwischen Oktober und Dezember impfen, bevor die Grippewelle typischerweise im Januar beginnt.
Arbeitssicherheit-Fachkraft steht Ihnen dabei mit einer deutschlandweiten arbeitsmedizinischen Betreuung durch erfahrene Betriebsärzte zur Seite. Wir organisieren professionelle Impfaktionen direkt in Ihrem Unternehmen, angepasst an die aktuellen Empfehlungen der Arbeitsmedizin.
Wir sorgen dafür, dass Ihr Unternehmen auch in allen anderen Bereichen sicher und gesetzeskonform agiert: Wir bieten Ihnen eine umfassende sicherheitstechnische Betreuung durch qualifizierte Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Zusätzlich umfassen unsere Dienstleistungen die Bereiche Brandschutz, Gefahrgut und Gefahrstoffe.
Setzen Sie auf die Erfahrung und Kompetenz eines starken Partners, wenn es um Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz geht.